Ausflug an die Wolf und Kinzig 15.-17.04.2011 >>

Wohin nur mit all den vielen Fischen? Alle Taschen und Behälter sind voll! Ich muss vorsichtig sein, beim Herumstaksen. Überall am Boden liegen die schönsten goldig-braunen Forellen und Äschen. Ich komme gar nicht mehr nach mit Anlanden und Abhaken. Bei jedem Wurf biegt sich die Rute erneut, und noch kein Ende in Sicht ...............

 

Oh, alles nur geträumt? Ich bin ja noch nicht einmal dort. Wolf und Kinzig sind noch Autostunden weit weg. Doch nun mal langsam und von Anfang an.

 

Freitag, 15. 4. gegen 16 Uhr finde ich endlich die Lücke, um dem Büroschlauch zu entfliehen. Meine (Gerd‘s) Fahrt startet in Kloten. Auf der Höhe Brütten rufe ich Peter an, wo er denn sei. „Er würde erst morgen abfahren, ich solle einstweilen Gewässer und Bier vorsondieren.“ Erst jetzt wird mir wieder bewusst, dass wir ja diesmal eine Multi-Truppe sind, einige sind ja bereits im Schwarzwald, andere folgen in Etappen nach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Glück hilft mir das Navi durch die einschläfernden Hügel von Deutschland. Berge sind einfach interessanter zum Orientieren. Dass ich die Grenze passiert habe, wird mir schlagartig bewusst, als sich das erste „Pfeilgeschoss in Schwarz“ mit über 200 km/h durch die enge Lücke links neben mir vorbeiquetscht. Keiner von beiden, weder Linker - noch Rechter, darf sich den geringsten Wackler oder sonst einen Fehler erlauben. Nach dem zehnten Idi.... dieser Art ziehe ich einen resignierten Schluss: Enorme, stupide Risiken werden eingegangen (auch auf Kosten anderer)! Dächten Leute nur fünf Minuten über den Sinn des Lebens nach, würden sie dieses Verhalten als absurd erkennen (und hoffentlich etwas Besseres tun).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hotel Hirschen, in Oberwolfach - Walke, finde ich dann meine Kollegen beim Essen und Fachsimpeln. Am Tisch sitzen: Heinz, Winfried, Darko und Markus. Man bestellt mir einen Bär als Hauptgericht, weil ich so viel Hunger habe, und das erste kühle Pils schmeckt wie im Paradies.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der nächste Morgen, Samstag, 16. 4. startet mit 0 Grad Aussentemperatur! Peter ist nun auch dabei. Nach kurzer Absprache beziehen wir unsere Strecke südlich des Hotels beim Sägewerk und fischen stromauf. Der Fluss heisst hier übrigens Wolf, ohne Ach. Das Wasser ist nur 10 Grad frisch, aber der Tag wird sonnig mit bis zu 15 Grad Lufttemperatur. Der Wasserstand ist tief und die Qualität klar, daher sehen die Fische alles, was sich am Rande bewegt. Natürlich auch mich. Viele Würfe mit der Trockenen führen zu gar nichts. Bei einem Wehr finde ich einen Kanal, der sehr ruhig Richtung Sägewerk fliesst und ............ der so vollgepfropft mit Forellen ist, dass ich zuerst meinen Wach/Schlafzustand prüfe (s. o.)!

Nach einer Weile Gewissensbisse (keine anderen) marschiere ich wieder ab zum Fluss. Jetzt kommt auch noch Thermik auf - Gegenwind, Seitenwind, nur niemals Rückenwind. Nymphen tauchen hundertmal bis auf Grund, helfen aber nicht. Pause dringend empfohlen.

Nach einer kleinen Stärkung aus dem Kofferraum (nennt sich bei uns „Briend“: Bier, Kräcker, Salsiz, Schocki) kommt wieder viel Mut zurück; zusammen mit Peter stapfe ich weiter stromauf, und wir erleben Forellen in bester Laune! Auf die Trockenen hatte ich bis abends 12 Forellen im Drill, Peter ebenso viele. Vom Wuchs her, waren die Fische eher noch klein - bis auf die letzte, die 10 Meter vor dem Hotel angebissen und das Mass erfüllt hat.

Am Abend im Hotel Hirschen berichten die Kollegen Markus und Darko von Regenbogenforellen und Äschen aus der Kinzig. Sehr gross und schön! An das Wie und vor allem Wo, konnte sich aber niemand mehr genau erinnern. Es war so eine geheimnisvolle „Millionen-Quiz Stimmung“ im Saal.

Zwei weitere Kollegen, Alain und Roland, sind weiter südlich in der Region einquartiert. Leider waren die Distanzen für Bier und Weingenuss zu gross, um sich zum sorgenfreien Nachtessen zu treffen.

 

Am Sonntag, 17. 4. sind Peter und ich an der Kinzig bei Schiltach unterwegs. Unsere Köpfe werden von der Sonne schon sehr früh kräftig aufgeheizt. Zu Beginn ist die Strecke mehr ein See, kaum ein Fliessen, nichts bewegt sich. Nur wir zwei, die einzigen Lebewesen weit und breit, zwängen uns durch Gestrüpp und Dornen am Wasser entlang, nur um festzustellen, dass man für Weitwürfe ans andere Ufer mehr als nur 5 cm freien Platz braucht. Dann wird es steinig in der Kinzig, aber trotzdem scheinen all die Unterstände nur Attrappen zu sein. Das Gelände verengt sich abrupt und hinauf an fast senkrechten Hängen und über eine Eisenbahnbrücke geht es endlich wieder ans Tageslicht. Ein Wehr liegt hinter mir. Oben wartet Peter und hat seine erste Kinzig-Äsche erwischt. Mit vereinten Kräften schaffen wir noch ein Triumvirat und schliessen mit einer Bach- und einer Regenbogenforelle einen anstrengenden Fischertag und ein schönes Wochenende ab.

 

Ich habe die gute Kameradschaft sehr genossen. Achtung, im Hotel gibt’s zwar hervorragendes Essen, aber auch viele Sossen mit grünen Pfefferkörnern. Ein „Zibertl“ hilft darüber hinweg. Was das ist, erfährt man nur vor Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit bestem Fischergruss, Gerd und alle Fischerkollegen

 

Auf dem Bild: Peter, Darko, Gerd und Markus

Und ausserdem: Heinz, Winfried, Alain und Roland

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